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TuS Dahlbruch e.V. 1889

Zur Hallenbelegung der Turnhalle in Dahlbruch

 

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Chronik

 


 

Auszug aus der Chronik des Turn- und Sportvereins Dahlbruch

1889 (2.Juli)
1889 Wahl des ersten Vorstandes
1889 Tambour-Korps
1890 erste Gau Veranstaltung in Dahlbruch
1891 der erste Turnwart
1894 sein erstes Schauturnen
1889 - 1910 wie kommen wir zu einer Turnhalle?
Die alte Schneidemühle in Dahlbruch, einer der ersten Dahlbrucher Turnplätze

1909 Turnhallenbau beantragt
1909 Beschluss zum Bau einer eigenen Turnhalle
1909 Gemeinde beschließt Turnhallenbau
1910 Einweihung der neuen Turnhalle
1910 Aufstellung einer Damenriege
1913 Fahnenweihe
1913 Gründung der Faustballabteilung
1914 25-jähriges Jubiläum
1914 (14. und 15.6) Bezirksturnfest in Dahlbruch
1914- 1918 der 1. Weltkrieg
1919 Ernst Schlag 2. Bezirksvertreter
1923 Robert Gerhard erster Wettkämpfer bei einem Deutschen Turnfest
1923 Faustballer werden Bezirksmeister
1924 Neue Uniformen für den Spielmannszug
1924 Wiederaufnahme des Frauenturnens, der Verein hat 185 Mitglieder

1925 Erste Siegerinnen im Frauenturnen
1930 Erich Scharffenberg Gauschwimmwart
1933 Der Vorstand tritt geschlossen zurück
1939 (11.Juni)  50 Jahre TV Dahlbruch
1943 Drei Dahlbrucher Faustballmannschaften werden Kreismeister
1944 Die Faustballjugendmannschaft wird Gebietsmeister von Westfalen
1945 Der Turnbetrieb ruht
1945 Neugründung des Turn- und Sportvereins Dahlbruch
1949 (9. und 10.7). 60-jähriges Jubiläum
1949 Glückwünsche der Ortsvereine zum 60-jährigen Vereinsjubiläum
1951 (2.und 3. Juni) Tambourwettstreit in Dahlbruch
1951 (9. und 10.Juni) 700 Teilnehmer bei dem Bezirksturnfest in Dahlbruch
1955  Eintragung ins Vereinsregister
1956 Die Faustballer werden Südwestfalenmeister
1958 (3. Mai) Einweihung der neuen Turnhalle
1958 (5.Mai) Bericht der Siegener Zeitung zur Einweihung der Turnhalle
1959 70-jähriges Vereinsjubiläum
1961 (23. und 24.Juni) Bezirksturnfest in Dahlbruch
1963 Männliche Jugend Faustball-Westfalenmeister
1963 Kunstturn-Vergleichswettkampf Westfalen-Hessen
1964 75 Jahre TuS Dahlbruch


 2.7.1889 Vereinsgründung

Die Gründung von Turnvereinen in den Nachbardörfern veranlasste auch einige Dahlbrucher Bürger im Jahr 1889 den Entschluss zur Gründung eines eigenen Turnvereins in die Tat umzusetzen. Der Vater des Gedankens, in Dahlbruch einen Turnverein zu gründen, scheint in der Hauptsache der Techniker Ewald Hoffmann gewesen zu sein, der nach Ableistung seiner Militärzeit die Vorbesprechungen im Frühjahr und Sommer 1889 vorantrieb, so dass dann am 2. Juli 1889 die Gründungsversammlung stattfinden konnte.
Durchgeführt wurde die Versammlung im Setzer'schen Gasthaus (Dahlbrucher Hof).

Nachdem die von Clemens Klein verfassten Statuten mit einigen kleinen Änderungen angenommen wurden, schritt man zur Wahl des ersten Vorstandes.

Es wurden gewählt:
                              Vorsitzender: Wilhelm Neus
                     stellv. Vorsitzender: Wilhelm Münker
                                1. Turnwart: Ewald Hoffmann
                                2. Turnwart: Carl Ebener
             Schrift- und Kassenwart: Robert Langenohl
                                 1. Beisitzer: Wilhelm Weber
                                 2. Beisitzer: Heinrich Neus

Insgesamt konnten 30 Mitglieder gewonnen werden. Man beschloss, den Turnbetrieb sofort aufzunehmen und die nötigen Geräte wie Stäbe, Hanteln, Reck und Barren zu beschaffen. Hier begann schon die erste größere Schwierigkeit für den jungen Verein. Denn woher nehmen, wenn die Kasse noch keine Einnahmen zu verbuchen hatte. Helfer in der Not war der Mitbegründer Jakob Gerhardt, der dem Verein 200 Mark unverzinslich zur Verfügung stellte. Dieser Betrag wurde in
jährlichen Raten zurückgezahlt.

Schon in der zweiten Versammlung wurde die Gründung einer eigenen »Marschmusik« , drei Flöten und eine
Trommel, beschlossen.

Dem ersten Tambour-Korps gehörten an:

                            Hornisten: Fritz Stephan
                                            Ernst Buch
                                           August Klein

                            Tambour: Fritz Hoffmann

1890 erste Gau Veranstaltung in Dahlbruch

Es ging rüstig weiter, schon im Jahre 1890 war die Gauturnfahrt des Siegerland Turngaues, verbunden mit volkstümlichem Wetturnen, dem TV Dahlbruch übertragen worden. Das Turnfest wurde in der Hörbach durchgeführt, es brachte für den jungen Verein noch keinen Sieger. 1891 beteiligte sich der Verein mit mehreren Turnern an dem volkstümlichen Gauturnen in Kreuztal. Der erste Turnwart Heinrich Neus war der erste Siegerin der Geschichte des TV Dahlbruch. Er erhielt im Dreikampf (Dauerhangeln, Freihochsprung und 37,5 kg Stemmen) den 15. Preis.

Doch die Begeisterung der ersten zwei Jahre wurde bald getrübt. In den kommenden Jahren gab es häufigen Wechsel im Vorstand, bedingt durch Wohnungswechsel, Abwanderungen, Krankheiten und Sterbefälle. Auch schlechte oder fehlende Übungsräume trugen dazu bei. Mit welchen Widrigkeiten der junge Verein zu kämpfen hatte, soll hier aufgezeigt werden.

So nimmt In der Jahreshauptversammlung 1891 der erste Turnwart, der Vater des Vereins, Ewald Hoffmann, seine Wahl nur unter der Bedingung an, dass die Turnstunden regelmäßiger und fleißiger besucht werden. Hielt der Verein bis zum 7. August 1892 regelmäßige Vierteljahresversammlungen ab, so kann das Protokoll bis zum 5. Oktober 1903 fast nur noch von Jahreshauptversammlungen berichten. Ein schwarzer Tag für den Verein war der 10. Mai 1903, man hatte sich beim Gau abgemeldet' In der Chronik befindet sich der bezeichnende Satz: »Anscheinend haben sich die älteren Mitglieder nicht im mindesten um den Verein gekümmert«.
Doch schon bald, in der Versammlung am 27. November 1903, fasste man den einstimmigen Beschluss, dass der Verein dem Gau wieder als Mitglied beitreten sollte. In der Jahreshauptversammlung am 12. August 1905 konnte kein Vorstand gewählt werden, da nur wenige Mitglieder des bisherigen Vorstandes erschienen waren. Große Verluste erlitt der Verein durch den Wegzug von Ewald Hoffmann (1892), durch den Tod des Turn wartes Karl Hein (1900) und des Turnfreundes Karl Hirsch (1905).
Es wäre aber unzutreffend, nur die dunklen Seiten aufzuzeigen. Auch in dieser Krisenzeit gab es hoffnungsvolle Ansätze und schöne Erfolge. In einfachster Weise hielt der Verein schon im Jahre 1890 sein erstes Schauturnen auf dem Bauplatz (jetzt ev. Kirche) ab. Die Ausrichtung der Gauturnfahrt im selben Jahr wurde schon erwähnt. Die Chronik berichtet aus dem Vereins-leben dieser Zeit von gelungenen Wanderungen, Theateraufführungen, stilvoll gestalteten Feiern und Bällen.
Aber auch das Turnen wurde fleißig gefördert. Mit guten Ergebnissen nahm man an Wettkämpfen teil. 1894 konnte schon ein großzügiges Schauturnen mit Musikunterstützung durchgeführt werden. 1906 konnte der Verein erstmals eine Musterriege am Barren bei dem Wetturnen des Siegerland-Turngaues in Kaan-Marienborn stellen, sie wurde mit dem 15. Rang belohnt. Im selben Jahr berichtet die Chronik von einem außerordentlich gut gelungenen Schauturnen bei der alten Schneidemühle (JetztBernhard-WeiB-Platz). Ohne die uneigennützige Einsatzbereitschaft und den Idealismus einiger Männer, die dem Verein mit großer Hingabe dienten, waren dies Anfänge wohl kaum bewältigt worden.

Trotz aller Bestrebungen und bester Vorsätze, das Turnen und das Vereinsleben zu forcieren, scheiterte der Durchbruch immer wieder an den schlechten und kümmerlichen Übungsstätten. Die Frage, wie kommen wir zu einer Turnhalle, bewegte 21 Jahre lang jeden Turner in Dahlbruch. Diese Zeit ist in der Chronik als Leidensweg des Turnvereins überschrieben.Der junge Verein musste seine ersten Turnstunden im Sommer auf dem Schulhof und im Winter im Setzer'schen Saal durchführen. Kleinere Differenzen mit dem Wirt veranlassten den Vorstand, sich nach einer anderen Bleibe umzusehen. Man fand eine solche auch in einem Raum der stillgelegten Loher Schmelzhütte. Es gehörte schon ein großes Maß von Liebe und Treue zur Sache, um zum Beispiel von Hilinhütten bis Lohe zu pilgern und dort seine Turnstunden zu tätigen.Nachdem man hier die Kündigung erhielt, siedelte man nach Hilinhütten über. In der leerstehenden Gerberei von August Klein fand der Verein fürkurze Zeit eine Bleibe. Nächste Station auf dem Leidensweg war ein Schuppen neben der alten Schneidemühle (jetzt Bernhard-Weiß-Platz, Wohnhaus Münker). Und wie sah es da aus? Die Chronik berichtet darüber: »Durch Mauerritzen, Fenster und äußerst schlechte Tür fegten Wind und Regen, so dass sich die Aufstellung eines Ofens erübrigte. Eine Kü-chenlampe verschaffte die notdürftige Helligkeit.«

Doch das war noch nicht der Tiefpunkt! Nach Abbruch der alten und baufälligen Schneidemühle war man wieder obdachlos. Es folgte ein erneuter Umzug, diesmal in einen leerstehenden Schlafsaal des Arbeiterschlafhauses der Firma Klein in der jetzigen Karl-Kraus-Straße. Aber auch dieses Zuhause musste nach kurzer Zeit wieder verlassen werden. Man behielt einen Raum von 2x5 Metern, der nicht mal zum Unterstellen der Geräte reichte. Es konnte nur noch »Schönwetterturnen« durchgeführt werden. Einen Antrag an den damaligen Schulvorstand, dem Turnverein den leerstehenden 4. Schulraum für die Unterbringung der Turngeräte zu überlassen, wurde mit Schreiben vom 12. Januar 1907 abgelehnt.


Die alte Schneidemühle in Dahlbruch, einer der ersten Dahlbrucher Turnplätze


»Auf das Gesuch um Erlaubnis, den Leerstehenden vierten Schulsaal als Turnlokal benutzen zu dürfen, erwidre ich im Auftrag des Schulvorstandes ergebens, daß sich derselbe zu meinem Bedauern aus sachlichen und grundsätzlichen Bedenken nicht in der Lage gesehen hat, dem Gesuch zu entsprechen.

Der Amtmann und Präses des Schulvorstandes gez. Fuß«



Unter diesen Umständen wurde natürlich der Ruf nach dem Bau einer eigenen Turnhalle immer lauter. Der Turnverein trat mit diesem Anliegen an die Gemeindevertretung heran. Er fand dabei tatkräftige Unterstützung durch seinen Ehrenvorsitzenden Hauptlehrer W. Köhler und den Lehrer Dollfuß, doch es gab nur mündliche Absagen seitens der Gemeinde, Nun wollte man zur Selbsthilfe schreiten. So findet man in den Akten des Jahres 1905 einen Kostenvoranschlag des Maurermeisters Heinrich Schneider, wonach der Turnverein auf eigene Rechnung eine Halle von 15x8 Meter bauen wollte. Die aufzubringende Summe von 4.400 Mark war für den Verein nicht realisierbar.

 

1909 Turnhallenbau beantragt

Am 10. April 1909 richtet dann der Verein durch seinen ersten Vorsitzenden Ernst Schlag einen dringenden Antrag an die Gemeindevertretung. Darin weist er auf die vergangenen Jahre ernsten Strebens und tüchtiger Arbeit hin.

Die Mitgliederzahl betrug damals 90 Turner, der Kassenbestand belief sich auf 800 Mark, wozu noch Geräte im Werte von 400 Mark kamen. Ausdrücklich weist der Verein auf die Nutzen hin, den das Schulturnen von dem Bau einer Turnhalle haben würde und erklärt sich darüber hinaus bereit, den Turnunterricht der Schuljugend durch sachkundige Turner zu fördern. Eine Mitgliederliste wird als Anlage beigefügt. Doch auch dieser Schritt blieb vergeblich. Eine »mündliche« Absage ist alles was man erhält. Auch ein zweites Gesuch, kurz danach abgeschickt, welches die Not des Turnvereins in noch dringlicher Form schildert, erfährt ebenfalls eine »mündliche« Absage. Das Hauptargument bei den ominösen »mündlichen Absagen« seitens der Gemeindevertretung war immer, man sei wohl zum Bau einer Turnhalle bereit, jedoch sei kein geeigneter Platz vorhanden. Der 1. Vorsitzende, Ernst Schlag, der dauernden Absagen der Gemeinde müde, ging auf die Suche nach einem Baugrundstück. Er kam auch zum Ziel. Gleich der erste Versuch war von Erfolg gekrönt.

Nach Verhandlungen erklärte sich der dem Turnverein sehr wohlwollend gegenüberstehende Bäckermeister Wilhelm Freudenberg bereit, seine Wiesen oberhalb der Schneidemühle billig dem Turnverein zu verkaufen. Das ist der Platz, an dem jetzt das Gebrüder-Busch-Theater und die Turnhalle stehen. Der Preis pro Quadratrute sollte 7,50 Mark betragen, diese Forderung ermäßigte Freudenberg dann sogar auf 7,00 Mark. Dieses Angebot ließ man sich nicht entgehen, man schlug sofort zu! Der Wunsch, den Turnhallenbau mit der Errichtung einer Badeanstalt zu verbinden, ging leider nicht in Erfüllung.

1909 Beschluss zum Bau einer eigenen Turnhalle

Am 3. Juli 1909 wurde eine außerordentliche Hauptversammlung in das Lokal Bollmann (jetzt Geschäft Jaeger, Müsener Straße) einberufen mit einem einzigen Punkt auf der Tagesordnung: »Bau einer Turnhalle auf Vereinskosten«! Nach eingehender Erörterung des Planes ergab sich folgendes Abstimmungsergebnis: 18 Stimmen dafür, 1 Stimme gegen die Errichtung einer Turnhalle auf Vereinskosten. Bemerkenswert ist, daß die Gegenstimme vom Gemeindevorsteher kam.

Damit waren die Würfel gefallen. Zur Aufbringung der Kosten sollten Sammlungen unter der Bürger- und Mitgliedschaft durchgeführt werden, der verbleibende Rest sollte durch unverzinsliche Anteilscheine gedeckt werden. In einem Aufruf an die Bürgerschaft Dahlbruchs hieß es: »Unsere Halle soll in erster Linie dazu dienen, die Jugend von der Straße fernzuhalten, und sie durch Turnen und Spielen zu kräftigen und gesunden Männern zu erziehen. Außerdem sind wir gerne bereit, die Halle zum Turnen der Schuljugend, unter Aufsicht der Lehrer, zur Verfügung zu stellen. Bei Reichtagswahlversammlungen, Fabrik- und Sängerfesten usw. würde dieselbe einem allgemeinen Bedürfnis abhelfen«! Eine sofort aufgelegte Spendenliste zeigte bald einen ansehnlichen Betrag.

Am 5. Juli 1909 begab sich der erste Vorsitzende Ernst Schlag zu Kommerzienrat Ernst Klein, um diesen zur Zeichnung einer größeren Summe zu bewegen. Kommerzienrat Klein gab zu verstehen, daß die Gemeinde eine Halle bauen würde, wenn ein entsprechender Platz zur Verfügung stünde. Da der Turnverein ein eigenes Grundstück nachweisen konnte, wurde nach Rücksprache mit dem Direktor August Klein und dem Gemeindevorsteher Langenohl noch am selben Tag eine Gemeinderatssitzung einberufen, bei welcher der erste Vorsitzende des Turnvereins das Projekt des Turnhallenbaues erläuterte. Auf die Frage, was der Turnverein tun würde, wenn die Gemeindevertretung den Bau einer Turnhalle beschließen sollte, konnte er nur antworten, daß der Turnverein dann selbstverständlich nicht bauen würde. Nach verhältnismäßig kurzer Beratung beschloß die Gemeindevertretung, eine Turnhalle zu bauen. Damit war der Beschluß des Turnvereins, eine eigene Turnhalle zu bauen, hinfällig.

1909 Gemeinde beschließt Turnhallenbau

In der Gemeindevertretung, die in den 20 Jahren vorher niemals Geld für einen Turnhallenbau hatte, wurden bald Stimmen laut, welche Propaganda für eine Fest- und Tonhalle machten. Da erhob der Turnverein in einer Eingabe vom 13. November 1909 Einspruch bei der Gemeinde, in dem es unter anderem heißt: »Da die Anregung zum Bau der Halle vom Turnverein

Beschluß zum Bau einer eigenen Turnhalle

ausging, auch die Platzfrage von uns geregelt wurde, so möchten wir bitten - auch um keinen Anstoß bei der Bürgerschaft zu erwecken - es bei dem einfachen Namen »Turnhalle« zu belassen«. Das neue Haus erhielt dennoch den Namen »Festhalle«. Jedoch zeigte es sich schon nach außen hin, für wen das Haus errichtet war. Es war geschmückt mit dem vierfachen F und dem Bild des Turnvaters Jahn und seinem Ausspruch: »Die Nachwelt setzt jeden in sein Ehrenrecht«!

1910 Einweihung der neuen Turnhalle

Am 4. August 1910 fand die feierliche Einweihung statt, zu der auch der Turnverein eingeladen war mit der Bitte, »durch Vorführung turnerischer Leistungen zum Gelingen der Feier beizutragen«. Wie gern und dankbar dieser Einladung gefolgt wurde, braucht nicht eigens aufgeführt zu werden.

An der Ausgestaltung der Feier beteiligten sich außer dem Turnverein auch beide Gesangvereine aus Dahlbruch, zu denen der Turnverein von je ein gutes Verhältnis hatte, und die Siegener Kapelle. Der Leidensweg des Turnvereins war beendet, das Ziel erreicht. Voller Stolz und Dankbarkeit konnte man auf das Erreichte schauen. Aber auch der Gemeindevertretung, mit der man sich schließlich zusammengerauft hatte, mußte man aufrichtigen Dank zollen. Für ihre Verdienste um den Turnhallenbau wurden die Turnfreunde Kommerzienrat Ernst Klein und Gemeindevorsteher Friedrich Langenohl zu Ehrenmitgliedern des Turnvereins ernannt.

Dank der neuen Turnhalle gestaltete sich der Turnbetrieb reger und vielseitiger. Bereits 1909 wurde durch Heinrich Bensberg eine Gesangabteilung ins Leben gerufen, die dem Verein für die Einübung von Gesangreigen zur Belebung der Versammlungen und Feiern von großem Vorteil wurde. Im März 1909 wurde Ernst Schlag in den Gauturnrat gewählt. Erstmals wurde eine Altersriege aufgestellt. Schöne Erfolge konnten verzeichnet werden.

1910 Aufstellung einer Damenriege

So wurde noch im Jahre 1910 eine Damenriege gegründet, die von Turnbruder Wilhelm Bensberg geleitet wurde. Wegen Anfeindungen von allen Seiten mußte diese Riege leider ein Jahr später wieder aufgelöst werden, da wohl das richtige Verständnis der Bürgerschaft noch fehlte.

Im Jahr 1911 wurden von Dahlbrucher Turnern 16 Siege errungen, erstmalig gab es bei dem Gauturnfest in Siegen einen Preis im Vereinsturnen.

 

1913 Fahnenweihe



Am 1. September 1912 fand ein großes Schauturnen mit Schülerwettturnen statt. Sichtbarer Ausdruck für die Erfolge nach außen hin war die Anschaffung einer Vereinsfahne zum Preise von 350,— Mark. Die Fahne wurde am 4. Mai 1913 vom Vorsitzenden des 1. Bezirkes, Julius Münker aus Krombach, auf einer besonders erhobenen Feier geweiht. Doch Freud und Leid liegen im menschlichen Leben dicht beieinander. So mußte sich bereits ein Jahr später die neue Fahne am Grabe eines treuen Turnbruders senken, denn Robert Diehl wurde zur letzten Ruhe gebettet.

 

1913 Gründung der Faustballabteilung

 

Die Dahlbrucher Spielmannschaft beteiligte sich 1913 erstmals an einem Faustballwettspiel mit den Vereinen Ferndorf und Kredenbach unter der Leitung des Dahlbrucher Spielwartes Erich Schmidt. Sieger bei diesem Wettspiel wurde der Tv Kredenbach-Lohe.


1914 25-jähriges Jubiläum



Anläßlich des 25-jährigen Bestehens wurde dem TV Dahlbruch 1914 die Ausrichtung des Bezirksturnfestes übertragen. Dank der damaligen Vereinsführung, vor allem des 1. Turnwartes Karl Brach, wurde das Turnfest eine großartige Werbung für das Turnen und den Dahlbrucher Verein.

14. /15.6.1914 Bezirksturnfest in Dahlbruch



Das Bezirksturnfest wurde am 14. und 15. Juni 1914 unter starker Beteiligung der Bezirksvereine, der Bürgerschaft und der Ortsvereine durchgeführt. Der Turnverein ernannte die Turnbrüder Heinrich Leukel, Jakob Gerhardt, Karl Katz, Wilhelm Neus, August Klein und Gustav Langenohl zu Ehrenmitgliedern. Leider fiel ein Wermutstropfen in den Becher der allgemeinen Freude, denn das Fest erfuhr einen vorzeitigen Abbruch. Gegen Abend zog nämlich ein heftiges Gewitter auf, gefolgt von starkem Regen und bitterem Nachtfrost.

 

 


Erste Turnriege 1912
v.l.n.r.: Hermann Langenohl, Richard Bensberg, Otto Becker, Ernst Schlag, Arnold Hirsch,
Wilhelm Bensberg, Karl Brach, Wilhelm Roth, Rudolf Langenohl, Rudolf Becker

 

Die guten Beziehungen zu den anderen Ortsvereinen fanden ihren sichtbaren Ausdruck darin, daß sich am Jubelfest des Männergesangvereins St. Augustinus 1912 der Turnverein mit Marschmusik, Gesangreigen, Musterriege und Freiübungen beteiligte. Ein Jahr später beteiligte sich der Turnverein auf Einladung des Kriegervereins an der Feier des 25-jährigen Regierungsjubiläums des Kaisers. Von diesem Tag an herrschte zwischen Turnverein und Kriegerverein beste Freundschaft; der Kriegerverein trat dem Turnverein als korporatives Mitglied bei.

 

1914- 1918 der 1. Weltkrieg

 

Wie für jeden Deutschen, so begann auch für unseren Turnverein nun eine bitterernste Zeit. Die politischen Spannungen hatten nach dem am 28. Juni 1914 in Sarajewo erfolgten Mord am österreichischen Thronfolgerpaar ihren Höhepunkt erreicht. Am Samstag, dem 31. Juli, abends 6 Uhr begann die allgemeine deutsche Mobilmachung, der die alsbaldige Gestellung vieler Turner folgte.

 

1919 Ernst Schlag 2. Bezirksvertreter

 

 

 

Bereits eine Stunde nach der Mobilmachung eilten die ersten drei Dahlbrucher Turner Wilhelm Hirsch, Fritz Gerhardt und Ernst Schlag zu ihren Truppenteilen. Bis zum März 1915 waren schon 58 Turnbrüder zum Kriegsdienst eingezogen worden. 13 Dahlbrucher Turner kehrten nicht mehr aus diesem Krieg heim. 6 Turnbrüder kehrten erst spät aus der Kriegsgefangenschaft zurück.

Trotz größter Schwierigkeiten konnte aber der Turnbetrieb aufrechterhalten werden. So war der Verein einer Einladung des Hilchenbacher Sportvereins zu einem Sportfest gefolgt, und man konnte mehrere gute Preise erringen. Weiter beteiligte sich Dahlbruchs Jugend mit großen Erfolgen an einem Wetturnen des Gaues auf dem Jahnplatz in Siegen. In erster Linie war dies ein Verdienst des in der Heimat verbliebenen Turnbruders Otto Becker, der während der Kriegszeit Turnwart, Kassen- und Schriftwart in einer Person war.

Der Weltkrieg war zu Ende. Nach und nach kamen die Turnbrüder zurück. Trotz der zurückliegenden schweren Jahre ging es mit neuer Hoffnung wieder ans Werk. Bereits am 2. Januar 1919 tagte der alte Vorstand. Er nahm die Geschicke des Turnvereins tatkräftig in seine Hände. 1. Vorsitzender war Ernst Schlag, der auch auf dem Bezirksturntag in Allenbach zum 2. Bezirksvertreter gewählt wurde. Die Turnhalle hatte durch die wochenlange Einquartierung anläßlich der Demobilisierung der durchziehenden Truppen außerordentliche Schäden erlitten. Um den geregelten Turnbetrieb wieder aufnehmen zu können, mußte erst einmal der alte Zustand wieder hergestellt werden, doch auch dies wurde bald gemeistert.

Aus den nachfolgenden Jahren können nur die wichtigsten Ereignisse hervorgehoben werden. Als Neuerung bringt das Jahr 1921 die Einführung der Reichsjugendwettkämpfe, die auf dem Giller durchgeführt werden. Im selben Jahr nimmt der Verein das Turnen mit schulpflichtigen Knaben und Mädchen auf, mit der Leitung wird Turnbruder Otto Bensberg beauftragt. Im Jahre 1922 beteiligt sich der Verein mit guten Erfolgen am Bezirksturnfest in Buschhütten und an einem Gerätewettkampf mit den Vereinen Eichen, Kredenbach und Ferndorf. Als bescheidener Dank wurde eine Ehrentafel für die Gefallenen des Weltkrieges eingeweiht.

 

 


Turnbruder Erich Scharffenberg war als guter Geräteturner bekannt.
Das Bild zeigt ihn während seiner Studienzeit in Darmstadt im Jahre 1920

 


1923 Robert Gerhard erster Wettkämpfer bei einem Deutschen Turnfest



Das Jahr 1923 brachte dem Verein viel Arbeit und turnerische Erfolge. Der Verein hatte die Genugtuung, in seinem Turnbruder Robert Gerhard erstmalig einen Wettkämpfer für das Deutsche Turnfest zu stellen. 500.000 Papiermark betrug der geldliche Betrag für ihn, denn man stand in der Inflationszeit. Bei der Teilnahme des Spielmannszuges an einem Wettstreit in Altena betrug das Auftrittsgeld pro Kopf 15 Millionen Papiermark! Der Chronist erzählt, daß die Versammlung am 6. Oktober 1923 alkoholfrei stattfand, da der Bierpreis schier unerschwinglich geworden war. Der Kassenstand von 1923 schließt mit astronomischen Zahlen, und zwar an Einnahmen mit 16.917.227.109.465 Mark u. Ausgaben von 15.502.011.109.465 Mark.



1923 Faustballer werden Bezirksmeister


 



Auch das Faustballspiel wurde zu dieser Zeit erfolgreich betrieben. Die Faustballmannschaft konnte 1923 erstmalig den Titel eines Bezirksmeisters erringen.



1924 Neue Uniformen für den Spielmannszug



Ein Langgehegter Wunsch des Spielmannszuges kam auf der Versammlung am 10. Mai 1924 der Erfüllung nahe, man beschloß die Beschaffung eigener Uniformröcke.

 


1921 - Unser Tambourchorps am Siegenberg in Kredenbach
Obere Reihe v.l.n.r.: Otto Bensberg, Walter Menn, Otto Darr, Hermann Roth, August Mein,
Albert Langenbach, Otto Müller, Norbert Bingener
Mittlere Reihe: Walter Brauckmann, Adolf Hirsch, Ewald Katz, Ewald Roth,Helmut Hoffmann, Ewald Neus
Untere Reihe: Alfred Langenbach, Wilhelm Hoffmann

 

Sammlungen im Verein und in der Bürgerschaft erbrachten, trotz der herrschenden Geldknappheit, die notwendigen Gelder. Mit Genehmigung der Gemeindevertretung trug der Spielmannszug bisher bei entsprechenden Anlässen die Uniform der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr. Dank des unermüdlichen Einsatzes der Turnbrüder Richard Bensberg, Hermann Roth und August Hein entwickelte sich der Spielmannszug im Laufe der Zeit zu großer Blüte.

 

1924 Wiederaufnahme des Frauenturnens, der Verein hat 185 Mitglieder


Am 1. November 1924 beschloß die Versammlung die Neuaufnahme des Frauenturnens. Die Mitgliederzahl des Vereins stieg von 53 im Jahre 1905 auf 185 im Jahre 1924.

Für den Spielmannszug war 1925 ein bedeutendes Jahr. Bei den Wettstreiten am 26. April in Altena und am 8. November in Weidenau konnten sämtliche ersten Preise erspielt werden. Es muß erwähnt werden, daß zwischen den anderen Dahlbrucher Ortsvereinen und dem Spielmannszug ein besonders freundschaftliches Verhältnis bestand. Bei besonderen Anlässen dieser Vereine stellte sich unser Spielmannszug unentgeltlich zur Verfügung.


1925 Erste Siegerinnen im Frauenturnen


Erstaunlich, daß ein Jahr nach der Wiederaufnahme des Frauenturnens beim Gauturnfest in Herdorf drei Dahlbrucher Turnerinnen, Grete Schlag, Inge Scharfenberg und Ruth Lück einen Sieg erringen konnten. Es waren die ersten Frauen des Vereins, die auf einem Turnfest die geforderte Sieggrenze erreichten. So sind diese Jahre gekennzeichnet durch eine Fülle von kleineren und größeren Ereignissen, die aber eine stetige Aufwärtsentwicklung verraten.

In diesem Jahr wird der Gillerberg zum Symbol und zum Schauplatz des Turnens im Siegerland. Jahr für Jahr finden dort die traditionellen Wettkämpfe statt, Jahr für Jahr beteiligen sich Dahlbrucher Turnerinnen und Turner daran, viele kehren als Sieger zurück. Immer wieder wird in der Vereinschronik darauf hingewiesen. Ferner wird berichtet von Schauturnen, Wettkämpfen mit anderen Vereinen, Wettstreiten, Wanderungen, Ausflügen, Beteiligungen an Turnfesten. Das Turnerische Leben blüht!

Von einigen wichtigen Ereignissen sollte doch noch berichtet werden. Vom Bezirksturnfest 1926 bringen die Dahlbrucher Turner 12 Eichenkränze heim. Die deutschen Kampfspiele vom 4. bis 11. Juli in Köln waren wohl der Höhepunkt turnerischen Wirkens im Jahre 1926. Der Turnbruder Erich Scharfenberg kehrte als Sieger nach Dahlbruch zurück.

Neues Leben zeigte sich in den Faustballabteilungen, die hervorragende Ergebnisse bei den Bezirksmeisterschaften in Littfeld und Hilchenbach erzielten.

 

 

 

 

 

 

 

 


Der TV Dahlbruch auf dem Bezirksturnfest in Kreuztal am 27.6.1926, wo 12 Eichenkränze errungen wurden

Die Feier des 40-jährigen Vereinsbestehens fand am 3. und 4. August 1929 bei schönstem Turnwetter und großartiger Beteiligung der Mitglieder und der Ortsvereine statt. Ein beispielloses, reichhaltiges, turnerisches Programm im Wechsel mit großartigen Gesangsvorträgen der beiden Dahlbrucher Gesangvereine, Reden und Ehrungen verdienter Mitglieder schufen eine einmalige Festfreude und Begeisterung.

 



Schaubild vor der alten Turnhalle '40 Jahre TV Dahlbruch' im Jahre 1929

 

 

 


Ehrendamen bei dem 40-jährigen Jubiläum des TV Dahlbruch

 

 


Nach getaner Arbeit: das Abbaukommando

 

 

Am 30. März 1930 belegte bei einem Gerätewettkampf in Iserlohn eine Riege des Dahlbrucher Turnvereins bei 56 angetretenen Mannschaften den 19. Rang.

1930 Erich Scharffenberg Gauschwimmwart

Das Schwimmen wurde stark gefördert und in die turnerischen Wettkämpfe einbezogen. Hier erwarb sich der 2. Vorsitzende Erich Scharffenberg, der auch Gauschwimmwart war, große Verdienste.

Im Juni 1930 wurde mit der Vergrößerung des Sportplatzes begonnen, die nur durch freiwillige Arbeitsleistungen der Vereinsmitglieder möglich war.

 

 


1930 - Musterriegenturnen in Weidenau Unsere Riege v.l.n.r.:
Werner Klappert, Rudolf Klein, Helmut Schmitt, Willi Freudenberg, Artur Meier, Fritz Trittmann, Wilhelm Fuhrmann

Unterdessen war in Deutschland an den Fahnenmasten eine neue Fahne hochgestiegen. Unter ihr nahm der Staatssport immer breiteren Raum ein, bemächtigte sich besonders der Jugend. Wer ahnte schon damals die verhängnisvolle Entwicklung und das verheerende Ende.
Das Jahr 1933 brachte einen totalen Umbruch im politischen Leben. Sämtliche bisher freien Verbände und Organisationen wurden gleichgeschaltet, das heißt, sie wurden in Organisationen der NS-Partei überführt. Auf der Versammlung am 6. Mai wurden die neuen Richtlinien bekanntgegeben.

1933 Der Vorstand tritt geschlossen zurück

Darauf legte der gesamte Vorstand seine Ämter nieder. An Stelle des 1. Vorsitzenden Hermann Roth wurde August Tuxhorn zum Vereinsführer gewählt. Die anderen Ämter wurden weiter kommissarisch geführt. Hier soll jetzt kurz das Geschehen im Dahlbrucher Turnverein bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges aufgezeigt werden:

Ein Schauturnen am 23. Juni 1933 bezeichnet der Chronist als das größte und beste seit der Vereinsgründung. Der Turnverein stellte im Juli 1934 beim 9. Westfälisch-Lippischen Landesturnfest in Minden 3 Sieger. Die Einnahmen einer mit gutem Erfolg durchgeführten Werbeveranstaltung im November flössen dem Winterhilfswerk zu. Ein Satz sei noch aus der Chronik zitiert, der sich auf das Jahr 1935 bezieht: »Die politische Umwälzung und die damit verbundenen Umordnungen innerhalb der Vereine und Verbände machten den Vorständen viel Arbeit und Schwierigkeiten«. In der Folgezeit werden die Eintragungen in der Vereinsgeschichte immer weniger. Vom Deutschen Turnfest in Breslau am 24. bis 31. Juli 1938 wird lediglich berichtet, daß Karl Völkel als Sieger teilnahm. Trotz der sehr gespannten Lage hatte man sich entschlossen, den 50. Geburtstag des Vereins festlich zu begehen. 
 

11.6.1939 50 Jahre TV Dahlbruch

Die Feier wurde am 11. Juni 1939 durch ein großes Schauturnen aller Abteilungen auf dem Turnplatz vor der Halle eingeleitet. Verdiente Turner wurden geehrt, die Festansprache hielt der Vereinsführer Tbr. Wilhelm Feldmann.

Am 1. September kam es zum Krieg mit Polen und damit zum zweiten Weltkrieg. Bereits am 28. August war fast der gesamte Vorstand zum Kriegsdienst eingezogen worden. Unser Chronist Fritz Langenbach wurde bereits am 19. Februar 1940 aus dem Heeresdienst entlassen und nahm sich sofort der führerlos gewordenen Turnerschar an. Aber bald blieben nur noch die jungen und jüngsten Turner bei der Arbeit; auch das Altersturnen kam zum Erliegen. Es begann für den Turnverein Dahlbruch, wie für alle anderen Vereine, eine sehr schwere Zeit. Bis Ende 1940 waren bereits 30 Turnbrüder zum Waffendienst eingezogen. Es ist überraschend, wie gut die Dahlbrucher Faustballer in den folgenden Jahren abschnitten.

1943 3 Dahlbrucher Faustballmannschaften werden Kreismeister

Beim Gillerfest 1940 belegte die erste Mannschaft den 1. Platz; 1941 kehrte die erste Jugend- und Frauenmannschaft von der Kreismeisterschaft als Kreissieger zurück, ebenfalls im Jahre 1942; 1943 errangen gar alle drei Dahlbrucher Mannschaften die drei zu vergebenden Titel, wobei in der Männermannschaft die drei gerade auf Urlaub weilenden Turnbrüder Karl Völkel, Werner Brach und Otto Grebe mitspielten.

 

1944 Die Faustballjugendmannschaft wird Gebietsmeister von Westfalen

Im Jahre 1944 gelang der Faustballjugendmannschaft der große Wurf, sie wurde Gebietsmeister von Westfalen. Die Frauen errangen im gleichen Jahr zum dritten Mal den Kreismeistertitel. Trotz der schweren Zeit, in der sich der Turnbetrieb von Jahr zu Jahr schwieriger gestaltete, wird das Turnen aufrechterhalten. Man führte Wanderungen durch und beteiligte sich mit gutem Erfolg an den jährlich stattfindenden Gillerbergfesten. Eins dieser Feste, 1944, konnte nur mit Mühe zu Ende geführt werden, es wurde zweimal durch Fliegeralarm unterbrochen.

Von einem schweren Schlag wurde der Turnbetrieb 1943 getroffen. In der Not der Zeit wurde die Turnhalle beschlagnahmt, weil »kriegswichtige Güter« eingelagert wurden. So fehlten dem Turnverein wieder einmal die Übungsmöglichkeiten.


1945 Der Turnbetrieb ruht

Um die Übungsstunden nicht endgültig einstellen zu müssen, zog man allwöchentlich nach Musen in die Turnhalle und turnte mit den dortigen Turnern. Aber auch diese Turnhalle wurde im Jahre 1945 beschlagnahmt, damit lag der Turnbetrieb völlig still.

Zum Waffendienst während des Krieges wurden 66 Turnbrüder und 2 Turnschwestern eingezogen, davon haben 23 Turnbrüder und 1 Turnschwester an den Fronten und in der Heimat ihr Leben hingeben müssen.

Nach dem furchtbaren Zusammenbruch des Jahres 1945 war der Aufbau des turnerischen Lebens genau so schwer wie nach dem ersten Weltkrieg. Die Turnhalle und die Turngeräte wurden von den Besatzungstruppen und den so genannten Ostarbeitern in Besitz genommen.

1945 Neugründung des Turn- und Sportvereins Dahlbruch

Durch die Alliierte Militär-Regierung wurden sämtliche NSRL-Vereine aufgelöst, verboten und das Vermögen beschlagnahmt. Um überhaupt wieder turnen zu können, mußte der Verein neu gegründet und durch den neuen Sportverband Westfalen genehmigt werden. Zum 25. November 1945 wurde eine außerordentliche Versammlung einberufen. Nach den geltenden Gesetzen wurde nun ein neuer Verein gegründet und ein neuer Vorstand gewählt. Aus dem guten alten Turnverein Dahlbruch wurde nun ein Turn- und Sportverein Dahlbruch, kurz - TuS Dahlbruch - geboren. 1. Vorsitzender wurde Turnbruder Karl Kunze. Alle diejenigen, die schon wieder in der Heimat waren und sich dem turnerischen Gedanken verbunden fühlten, begannen die Jugend zu sammeln und turnerisch zu schulen.

Wir lesen immer wieder, wie sich der Vorstand tatkräftig einsetzte; galt es doch 1949 das 60-jährige Bestehen des Vereins würdig zu feiern. Es war kein leichter Entschluß, so kurz nach dem Krieg und der erst 1948 durchgeführten Währungsreform, einen Geburtstag zu feiern.

 

 


Festzug auf der Wittgensteiner Straße vor dem Dahlbrucher Hof anlaßlich des 60-jährigen Jubiläums

 

9. und 10.7.1949 60-jähriges Jubiläum

 

Das Fest konnte dann doch erst am 9. und 10. Juli 1949 verwirklicht werden. An den Vorbereitungen für die Festtage hatten sich nicht nur Vereinsmitglieder, sondern auch eine große Anzahl Gemeindemitglieder, die dem Verein noch nicht angehörten, in dankenswerter Weise beteiligt. Fast sämtliche Nachbarvereine des oberen Ferndorftales waren der Einladung gefolgt. Die Teilnahme war außerordentlich groß. Die Presse berichtete übereinstimmend von einem »Turnfest mit hohem Niveau«, bei welchem der Dreiklang »Gesundheit, Kraft und Schönheit« sinnvoll zum Ausdruck kam. Vor allem imponierte die Massenbeteiligung bei dem Stufenturnen an 6 Barren mit 60 Teilnehmern, sowie die abschließenden Freiübungen mit über 200 Turnerinnen und Turnern. Besonderer Dank gebührt dem Vorsitzenden Artur Meier, Albert Scheib, dem Oberturnwart Erich Brombach, dem Turnbruder Otto Bensberg und der nimmermüden Frauenturnwartin Gretel Becker.

Das Turnfest gab dem TuS Dahlbruch neue Impulse und Zuversicht für kommende Aufgaben.

 


Die Frauenriege des Vereins im Festzug 1949

 

 


Festnachmittag auf dem Dahlbrucher Sportplatz anläßlich des 60-jährigen Jubiläums 1949

 

 

 


 

Glückwünsche der Ortsvereine zum 60-jährigen Vereinsjubiläum 1949


 

1949 Bericht der Siegener Zeitung zum 60-jährigen Jubiläum 1949

Ein Sportfest mit hohem Niveau

Jubiläumsfeier zum 60-jährigen Bestehen des TuS Dahlbruch

Dahlbruch. Ehrlich gesagt, das hatten die Nachbarvereine und wohl auch mancher vom Gau dem Dahlbrucher Turn- und Sportverein nicht zugetraut. Das war wirklich eine Jubiläumsfeier, wie man sie sich nur wünschen kann, organisatorisch sowohl wie turnerisch.

Der Jubilar zeigte sich von der lebendigen Frische, die erst für alle Feiernden ein solches Fest zum ungetrübten Genuß macht;
denn wenn man bei der Ehrung eines Jubilars ausschließlich von dem Ruhm vergangener Tage zehren muß, dann kann man sich einer leichten Wehmut nicht erwehren.

Anders In Dahlbruch. Das Jubiläum war ein wirklicher Höhepunkt im Leben eines sehr rührigen und zukunftsvollen Vereins, die Veranstaltung eine Empfehlung für alle Mitwirkenden.Zunächst der Samstag. Nachmittags maß sich die Jugend in einem Wettkampf, abends wurde die offizielle Geburtstagsfeier mit den unumgänglichen Ansprachen durch musikalische Darbietungen und turnerische Vorführungen angenehm aufgelockert. Der Müsener Musikverein musizierte, Dahlbruchs Gesangvereine trugen feierliche Chöre vor, der Vorsitzende Arthur Meyer begrüßte Gäste und Turnbrüder, Lehrer Feldmann gab einen Überblick über die Geschichte des Vereins, und Bernhard Saßmannshausen als Gauvertreter ehrte 40 Jubilare. Dazwischen dann die Proben der Turner und Turnerinnen.

Der Sonntag brachte des Guten fast zuviel. Morgens sechs Uhr Weckruf durch Spielmannszug und Musikverein, 8.30 Uhr Gottesdienst vor der Turnhalle mit Pastor Strohmann, 11 Uhr ein Platzkonzert, 13.30 Uhr ein imponierender Festzug von der Alten Landstraße zum Platz. Wirklich ein Festzug! Hunderte im weißen Dress der Turner, Turnerinnen in schmucken langen Kleidern, Kinder, viel Jugend und noch erstaunlich viel Grauköpfe, die mit sichtbarer Begeisterung dabei waren. Das Programm am Nachmittag dann, das pausenlos abrollte und in seiner bunten Fülle fesselte, war eine ganz beachtliche Leistungsschau eines Vereins. Nicht nur, daß der T. u. SpV. eine imponierende Zahl Aktiver präsentieren konnte, er konnte auch mit Leistungen aufwarten, die ein wirklich hohes Niveau verrieten und zurzeit — damit sollen die Leistungen der Nachbarvereine nicht geschmälert werden! — nicht an jedem Ort des Siegerlandes geboten werden können.

Studienrat Hohlsiepe beschloß die Vorführungen mit der Mahnung an die Jugend, dem Verein die gleiche Treue zu halten, die von den Alten hier so ermutigend demonstriert worden sei. Die Dahlbrucher werden noch lange von diesem Turnfest sprechen, und die Gäste aus dem Siegerland manche Anregung mitgenommen haben.

Die Liste der Sieger: Gruppe I Mädchen:

l. Annegret Schmidt. 67 Pkte. Gruppe II Mädchen: l. Anneliese Braun, 82 Pkte. Gruppe III Mädchen: l. Luise Nöh, 79 Pkte.

Gruppe I Knaben: l. Hans Werner Höter, 95 Pkte. Gruppe II Knaben: l. Helmut Fröhlich, 89 Pkte. Gruppe III Knaben: l. Edgar Hoft-72 Pkte., Rob. Prinz, 72 Pkte.

 

 


2.und 3. Juni 1951 Tambourwettstreit in Dahlbruch

Bereits im Jahre 1951 konnte der Verein große Aufgaben übernehmen. Am 2. und 3. Juni führte der TuS Dahlbruch einen erfolgreichen und sehr gut besetzten Tambourwettstreit durch. Alle Abteilungen unterstützten mit gekonnten Darbietungen die Spielleute.

Die Siegener Zeitung berichtete hierüber, daß das Wettspiel mustergültig ausgerichtet worden sei und von dem Dargebotenen starke Anregungen zur Wiederbelebung des Spielmannswesens ausgingen.

 

9. und 10.6.1951 700 Teilnehmer bei dem Bezirksturnfest in Dahlbruch

Schon eine Woche später, am 9. und 10. Juni, wurden die Dahlbrucher Turner wieder gefordert, galt es diesmal das Bezirks- und Jugendturnfest auszurichten. Für 700 Wettkämpfer mußten bei sehr schlechter Witterung Wettkampfgeräte und Wettkampfplätze bereitgestellt und die Wettkämpfe zügig durchgeführt werden. Dank der guten Vorbereitungen durch den Oberturnwart Karl Völkel und seine Helfer konnte auch diese Aufgabe gut abgeschlossen werden. In den folgenden Jahren wurde die Arbeit am und im Verein kontinuierlich gefördert.

Ab 1952 stand die Turnhalle an drei Abenden in der Woche Kino-Veranstaltungen zur Verfügung, dadurch wurde der Turnbetrieb wieder einmal sehr eingeengt. Ende 1952 wurde dann der Bau einer neuen Turnhalle beschlossen.

 

 

 

 


1952 - Unsere Altersriege vor der Dahlbrucher Turnhalle
Oben v.l.n.r.: Werner Klappert, Fr. Kutscher, Erwin Kurth, Fr. Gieger, Herrn. Schmidt
(Bimm), Artur Meier, Rud. Schulz, Erich Brombach
Unten: Otto Nies, Albert Scheib, Otto Bensberg, Ernst Schlag, Herrn. Langenohl,Karl Völkel, Fr. Langenbach

Vom Deutschen Turnfest in Hamburg vom 2. bis 9. August 1953 kehrten 8 Dahlbrucher Turner als Sieger heim.

Einen großen Verlust erlitt der Spielmannszug 1954. Am 9. Oktober starb sein bewährter Stabführer Richard Bensberg, der den Spielmannszug seit 1909 führte und mit ihm viele wertvolle Preise erringen konnte. Man sollte hier einmal erwähnen, daß Angehörige der Familie Bensberg vom Tage der Vereinsgründung bis heute, also 100 Jahre, in den verschiedensten Ämtern dem Verein dienten.

1955  Eintragung ins Vereinsregister

Die in der Vorstandssitzung vom 22. März 1955 beschlossene Eintragung in das Vereinsregister erfolgte am 7. April 1955 beim Amtsgericht in Hilchenbach. Der Verein trägt nun den Namen »Turn- und Sportverein Dahl-bruche.V.1889«.

1956 Die Faustballer werden Südwestfalenmeister

Das Jahr 1956 brachte den verdienten Turnbrüdern Ernst Schlag, Karl Kunze und Dr. Fritz Münker den Ehrenbrief des Westfälischen Turnerbundes.

Die erste Mannschaft der Faustballer wurde am 22. Juni in Arnsberg Südwestfalenmeister.

Unser Spielmannszug konnte unter neuer Stabführung von Herbert Jüngst beim Wettspiel in Allenbach seine bisherigen Leistungen unter Beweis stellen. Neben anderen Preisen errang er auch den Höchstpreis.

 

3. Mai 1958 Einweihung der neuen Turnhalle

Das Jahr 1958 war ein neuer Markstein im Leben des TuS Dahlbruch, die neue Turnhalle konnte eingeweiht werden. Der 3. Mai war der große Freudentag, an dem ganz Dahlbruch regen Anteil nahm. Der 1. Vorsitzende Artur Meier sprach der Gemeindevertretung sowie dem Landkreis Siegen, die neben dem Landes- und Sportbund und anderen Institutionen erhebliche Mittel bereit gestellt hatten, den Dank des Vereins für die Errichtung der schönen Turnhalle aus. Diese Halle, in Verbindung mit dem daneben stehenden Gebrüder-Busch-Theater, ist ein Schmuckstück für den ganzen Ort. Aber auch sonst war das Jahr 1958 für den Verein erfolgreich. Die Faustballabteilung holte nach vier Jahren die Bezirksmeisterschaft nach Dahlbruch; die Turnerinnen wurden in Olpe Gaumeister; vom Deutschen Turnfest in München brachten 8 Dahlbrucher Turnerinnen und Turner Siege mit nach Hause.

 

1959 70-jähriges Vereinsjubiläum

 

Am 10. November 1959 feierte der TuS Dahlbruch in bescheidener Weise sein 70-jähriges Vereinsjubiläum. In einem Vortrag skizzierte Kulturwart Helmut Schür die Vereinsgeschichte, wobei insbesondere der Umstand Erwähnung fand, dass 1889 auch der Spielmannszug des Vereins gegründet wurde. Unter den Anwesenden weilte als einziger Mitbegründer des Vereins der im 90. Lebensjahr stehende August Klein, der auch zu den ersten drei Hornisten des Spielmannszuges gehört hatte.


Bericht der Siegener Zeitung vom 5.5.58 zur Einweihung der Turnhalle

Turnhalle Dahlbruch - modernste im nördlichen Siegerland

Festliche Weihe mit großem turnerischem Programm — Auch neue Feuerwehrräume

>>Dahlbruch, 5. Mai. Bis auf den letzten Platz war die neue Turnhalle am Samstagnachmittag besetzt, als sie zusammen mit den im Untergeschoß ausgebauten und schon bezogenen Feuerwehrräumen in einer Feierstunde ihrer Bestimmung übergeben wurde. Die Pläne für diese geräumige Halle, deren zwei Seitenwände ganz aus Glasbausteinen gefügt wurden, fertigte Architekt K ö h n e -Weidenau an. Obwohl die Halle eine kleine Bühne besitzt, kann man sie nicht als Mehrzweckhalle ansprechen, denn für kulturelle Veranstaltungen will die Gemeinde im zweiten Bauabschnitt die in unmittelbarer Nachbarschaft stehende alte Halle umbauen. Der Umbau wird noch in diesem Jahr in Angriff genommen.

 

 


Die neue Turnhalle in Dahlbruch, rechts das alte Gebäude soll zu einem würdigen Raum
für kulturelle Veranstaltungen umgebaut werden.

 

Eine Turnerin und ein Turner in weißem Dress leiteten die Feierstunde mit einem Spruch ein. Ein kleines Streichorchester der Orchesterschule Hilchenbach und die beiden ausgezeichneten Dahlbrucher Männerchöre, der Dahlbrucher MGV. und der MGV. „Augustinus", erfreuten mit Liedvorträgen.
Bürgermeister Saßmannshausen wies in seiner Begrüßungsansprache darauf hin, daß die Übergabe der Turnhalle für alle ein Freudentag sei. Dem l. Gauvertreter des Siegerland-Turngaues, Hohlsiepe, dem Bezirksvertreter Inacker, dem Kreisjugendpfleger Holzapfel, dem Kreis-, Gemeinde- und Amtsbrandmeister, den Männern der Freiwilligen Feuerwehr, der DRK-Bereitschaft, dem Amtsbürgermeister Haberkamm und dem Amtsdirektor Groos sowie dem Gemeinderat wurden besondere Grußworte entboten.
Dipl.-Ing. R e i t z-Klafeld wünschte namens des verhinderten Architekten der Turnerjugend einen guten Auftakt im neuen Heim und hob hervor, daß er bei der Erstellung des Bauwerkes mit einer großzügigen Gemeinde zusammenarbeiten durfte, die ein Herz für die Jugend hege. Er übergab den Schlüssel zu dem Bauwerk an Amtsdirektor Groos, der wünschte, daß der zukünftige Turnbetrieb unter dem Wort des Turnvaters Jahn: „Das schöne Wort tut's nicht allein, die Tat soll unser Zeuge sein", stehen möge. Weiter sagte der Amtsdirektor, daß die Gespräche um eine neue Turnhalle bis weit in die Vorkriegszeit zurückreichten, aber erst 1954 konnte dem Plan näher getreten werden, und die Gemeinde schrieb einen Architekten-Wettbewerb aus. Schon damals war man sich klar, daß bei der Bedeutung und Entwicklungsmöglichkeit von Dahlbruch keine Mehrzweckhalle gebaut werden sollte;
denn für die Zukunft hätte ein solcher Bau nicht ausgereicht. Er dankte allen, die bei der Finanzierung des Projektes und beim Bau mitgeholfen haben und übermittelte die Grüße des Landrates und des Oberkreisdirektors, die nicht an der Feierstunde teilnehmen konnten. Abschließend übergab er auch die Feuerwehrräume offiziell ihrer Bestimmung und wünschte, daß die bisher enge Kameradschaft zwischen der Feuerwehr und dem Turnverein unter dem gemeinsamen Dach erhalten bleiben möge.
Amtsbürgermeister Haberkamm sprach für das Amt Keppel; er stellte fest, daß die Halle die modernste im nördlichen Siegerland sei und wahrscheinlich bleiben werde, denn die anderen Gemeinden, die auch Turnhallenpläne hegten, müßten doch etwas sparsamer sein.

Der l. Gauvertreter Hohlsiepe sprach die Glückwünsche des Gauvorstandes und aller 13 000 Turner des Siegerland-Turngaues aus; er bat darum, daß die Halle auch für Gauveranstaltungen bereitgestellt werde. Ihren Bau nannte er ein Bekenntnis zum turnerischen Gedanken und Geist. Er sprach weiter über die alten Turnerideale und über den Wert der Breitenarbeit eines Turnvereins, in dem sich alt und jung zusammenfinden, um nach den Grundsätzen Jahns etwas für ihre körperliche. geistige und seelische Gesundung zu tun. In der Zeit der Krisen und des Materialismus gelte es, so schloß er, die Begriffe Einheit, Freiheit und Vaterland hochzuhalten.
Nach dem offiziellen Teil gestaltete der Turnverein zusammen mit der Gaubestenriege ein festliches Programm. Neben einem Schauturnen an Barren, Pferd, Ringen und Reck der Gaubestenriege zeigten die Mädchen des Turnvereins einen reizenden Schwedentanz, die Knaben Stabübungen, die Altersturner Freiübungen und die Turnerinnen eine Laufschule, ein Bewegungsspiel und gymnastische Übungen. Das Programm bot einen Querschnitt durch die Breitenarbeit des Dahlbrucher Turnvereins.<<

1960 wurde das erste Mal in der neuen Halle als Werbung für das Geräteturnen ein Mannschaftsgerätewettkampf durchgeführt, und zwar zwischen dem Turnbezirk Siegerland-Nord und dem Turnbezirk Hagen-Schwelm, den die Siegerländer klar gewinnen konnten.

Der große Gewinner bei den Faustballmeisterschaften 1960 im 3. Bezirk war der TuS Dahlbruch, der in allen 5 ausgetragenen Klassen die Meisterschaft gewann.

 

23. und 24.6.1961 Bezirksturnfest in Dahlbruch

Anläßlich der 10-jährigen Wiederkehr der Gründung des 3. Bezirkes im Siegerland-Turngau richtete der TuS Dahlbruch am 23. und 24. Juni 1961 das Bezirksturnfest aus. Wie immer, wenn sich die Turner in großen Scharen treffen, gab es auch in Dahlbruch frohe Stunden, gute turnbrüderliche Kameradschaft und farbenprächtige Bilder, die auch auf die nach Tausenden zählenden Zuschauer einen nachhaltigen Eindruck machten. Die Siegener Zeitung berichtete: » Die aufstrebende Industriegemeinde Dahlbruch hat in der Abwicklung des diesjährigen Turnfestes alle Erwartungen übertroffen. Nicht nur der Schmuck der Straßen und Häuser stellte die Verbundenheit mit der weißen Schar heraus, auch die Vorbereitungen durch den ausrichtenden Verein TuS Dahlbruch waren so sorgfältig, daß nichts schief gehen konnte. Die Zahl der teilnehmenden Turnerinnen und Turner betrug 800.

 

 

 

 


1960 - Männer-Faustballmannschaft des TuS Dahlbruch
v.l.n.r.: Georg Fröhlich, H.-O. Franz, Kurt Menzel, Edmund Vetter, Günter Müller

 

1963 Männliche Jugend Faustball-Westfalenmeister

Am 30. Juni 1963 verteidigte die männliche Faustballjugend den Titel eines Südwestfalenmeisters erfolgreich. In Hagen gelang ihr am 8. September der große Wurf: sie wurde Westfalenmeister.

Der Verein war mit 9 Einzelkämpfern und drei Faustballmannschaften, die hervorragend abschnitten, beim Deutschen Turnfest in Essen vertreten. Das Trampolingerät, das sich seit einigen Jahren im Besitz des Vereins befand, verdient erwähnt zu werden. Einige Turnerinnen und Turner hatten es auf diesem Gerät schon zu beachtlichen Leistungen gebracht. Das zeigten die internationalen Trampolin-Wettkämpfe in Salzgitter am 19. Oktober. Daran nahmen 42 Turner aus 4 europäischen Ländern teil. Peter Ehmann vom TuS Dahlbruch konnte dabei mit 28,60 Punkten den 6. Platz belegen.

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